Gestern, zum Frühstück hab ich es im Radio gehört, dass die konservative Regierungsmehrheit in Frankreich einen Gesetzesentwurf einbracht hat, der vorsieht "das Abbilden besonders dünner Models mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 45.000 Euro zu ahnden. ... Demnach macht sich strafbar, wer "einen Menschen dazu bringt, eine exzessive Magerkeit" anzustreben und "andere anstiftet, bis zu einem extremen Grad nichts zu essen".
Quelle: Spiegel.de
Gilt dies dann als Anstiftung zur Magersucht?

Meiner Meinung nach ist die Antwort darauf "Ja". Man stelle sich doch einmal vor, was denn das Ziel dieser Darstellung auf einen Diätprodukt ist. Dieses unerreichbare Comicideal darauf abzubilden, soll implizieren, Mensch könnte dies durch dieses Produkt annährend erreichen. Wäre ein normal gesund geformter Frauenkörper als Ideal dargestellt, würde schlicht in weniger Personen das Bedürfnis geweckt werden müssen diesem Ideal zu entsprechen.
Nun kommt auch noch hinzu, dass sich für Diätprodukte mehrheitlich Menschen interessieren, die ohnehin mit ihrem Selbstbild bereits unzufrieden sind. Es ist ja nicht ohne Überlegungen ein jugendliches, vital erscheinendes, unpersönliches Profil abgebildet, in das sich vieles projizieren lässt. Es ist mehrheitlich an weibliche Käufer gerichtet, denn ein männliches Ideal auf Diätprodukten vorgeführt, ist mir bisher noch nicht begegnet. Beispiele gerne an mich senden.
Für mich zeigt diese Produktvermarktung doch deutlich dass es den Produzenten nur um mehr Umsatz geht. Die Verantwortung für die Anstiftung zur Magersucht würde keine Firma öffentlich übernehmen. Natürlich ist dies kein Einzelfall, aber was besonders dabei zum Vorschein kommt, ist die Doppelmoral eines Großkonzerns. Denn zu Unilever gehört auch die Körperpflegeserie Dove, die mit der Initiative für wahre Schönheit einem Schönheitsideal entgegenwirken, welches "Du darfst" Produkte verantwortungslos propagieren.
Ich greife auf eine gute alte irische Tradition zurück. Ich werde "Du darfst" Produkte so lange boykottieren, bis diese Verpackungen nicht mehr produziert werden. Es gibt auch Leberwurst von anderen Herstellern, die ebenso gut schmeckt. Falls sich jemand diesem Boykott anschließen will, nur zu.
Vielleicht werden wir auch bald über ähnliche Gesetzesentwürfe diskutieren, die die "Anstiftung zur Magersucht" unterbinden werden. Ein Problembewusstsein in der Regierung ist ja vorhanden.
Siehe auch:
http://www.die-topnews.de/ministerinnen-starten-kampagne-gegen-magersucht-32024